Offener Brief an Parteien im Berliner Abgeordnetenhaus

Berlin (kobinet) Der Berliner Landeselternausschuss hat die Parteien im Abgeordnetenhaus dringend ersucht, die Aktivitäten der Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung zu stoppen, mit denen in der Umsetzung ihrer Vorstellung von Inklusion Tatsachen geschafft werden. In einem offenen Brief wird kritisiert, dass die Betroffenenvertreter entgegen der Behindertenrechtskonvention nicht oder nur unzureichend aktiv an der Umsetzung des Projektes „Inklusive Schule“ beteiligt wurden und werden. 

„Bereits jetzt herrscht ein sehr belastetes Klima zwischen der Senatsverwaltung, Schulen und den Betroffenenvertretern, die mit großer Sorge und auch Betroffenheit im wahrsten Sinne des Wortes, diese Aktivitäten wie die Umsetzung von zentraler Diagnostik, vom tatsächlichen Bedarf losgelöster Deckelung des Budgets für Schulhelfer, gruppenbezogener Pauschalversorgung in den Regelschulen, in denen durch diese Unterversorgung auch die Menschen ohne Behinderung, die Behinderten als die eigentliche Behinderung erfahren, Schließung von Förderzentren und Schaffung von sogenannten Schwerpunktschulen und dergleichen mehr, erfahren müssen“, heißt es in dem vom Landeselternausschuss-Vorsitzenden Günter Peiritsch unterzeichneten Brief. 

Derzeit würden seitens der Senatsverwaltung halbherzig Gespräche mit Vertretern von Betroffenen organisiert, die jedoch, wie schon in 2010, ohne ernsthafte Diskussion oder Ergebnisse verlaufen, moniert der Elternausschuss. Die Abgeordneten werden aufgefordert, dafür zu sorgen, „dass die in vielen Punkten bereits jetzt abzusehenden und zum Teil auch schon eingetretenen Fehlentwicklungen gestoppt und in seriöser Form alle am Prozess Beteiligten und Betroffenen aktiv in die Konzeption einbezogen werden, damit eine ernst gemeinte und praxisbezogene, gemeinsame Durchführung der Inklusion stattfinden kann“.

Quelle: http://www.kobinet-nachrichten.org/cipp/kobinet/custom/pub/content,lang,1/oid,28096/ticket,g_a_s_t