Schule für alle

Behinderte und nicht behinderte Kinder sollen bald überall in Regelschulen zusammen lernen. Vieles spricht für die sogenannte Inklusion. Doch: Einige Versuche sind schon gescheitert.

Wie auf fast jedem Schulhof fliegen in diesen Tagen auch hier die Schneebälle. Kaum sind im brandenburgischen Birkenwerder die ersten Flocken gefallen, beginnt in der Pause die Werferei. Schulleiter Hansjörg Behrendt muss einschreiten. So weit die Normalität. Dann aber stürzt ein Junge wild gestikulierend ins Schulgebäude. Er leidet an einer Aufmerksamkeitsdefizitstörung und ist durch die Schneeballschlacht schwer erregt worden. Behrendt nimmt ihn in den Arm, beruhigt ihn. Nicht alltäglich ist auch, dass drum herum Schüler in Rollstühlen sitzen, darunter der 17-jährige Fabian. Auf seinem Schoß Jana, 16. Sie ist nicht behindert. Ein solches Paar sieht man bislang an kaum einer Schule.

 

Es ist diese Mischung aus Alltäglichkeit und Besonderheit, die der Regine-Hildebrandt-Schule in Birkenwerder bei Berlin kürzlich den Jakob-Muth-Preis für inklusive Schule eintrug, der vom Behinderten-Beauftragten der Bundesregierung, der deutschen Unesco-Kommission sowie der Bertelsmann- und der Sinn-Stiftung an vier Schulen vergeben wurde. Die Hildebrandt-Schule ist eine integrativ-kooperative Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe, an der 683 Schüler von der siebten Klasse an unterrichtet werden. 81 von ihnen haben einen sonderpädagogischen Förderbedarf aufgrund verschiedenster Behinderungen. Sie werden an der Ganztagsschule gemeinsam mit den nicht behinderten Schülern unterrichtet. Maximal 24 Schüler gehören einer Klasse an, Unterricht wird oft von zwei Lehrern erteilt.

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